Gestern Abend präsentierte sich im Vorfeld des Playoff-Heimspiels gegen Kassel im Rahmen einer Pressekonferenz erstmalig die neu gegründete Spielbetriebs GmbH, die ab dem 1. Mai 2013 den Profi-Spielbetrieb der Roten Teufel übernehmen wird. RT-Finanzvorstand Martin Schröer erläuterte den anwesenden Pressevertretern die Entwicklungen der letzten 12 Monate und warum es überhaupt zu einer Neu-Gründung gekommen war. Schröer verwies auf die zahlreichen Gespräche mit Wolfgang Kurz, Alleingesellschafter und seit November Geschäftsführer der aktuellen GmbH, und auf den intensiven Wunsch der Sponsoren und aller Beteiligten, die Gesellschaft auf eine breite Basis zu stellen. Dem wurde trotz mündlicher Zusage von Kurz in der Praxis jedoch nicht entsprochen – im Gegenteil: es kam Andreas Ortwein, der das volle Vertrauen des Vereins genoss, seiner Demission mit einer eigenen Kündigung zuvor, was den lizenzhaltenden Stammverein dazu veranlasste, den Kooperationsvertrag vorsorglich zu kündigen. Auch in den anschließenden Gesprächen des Finanzausschusses, in den der Verein sowie die Hauptpartner involviert waren, zeichnete sich immer mehr ab, dass man keine Einigung erzielen würde. Dies nahmen die Sponsoren zum Anlass, eine neue GmbH zu gründen und dem Stammverein eine neue Kooperation anzubieten.

Die „EishockeyCracks Bad Nauheim GmbH“ besteht aus derzeit drei Gesellschaftern (Jörg Semmler, aktueller Hauptsponsor „Dein-Handy.de“, Thomas Korff, „Friseur Crerativ“ sowie der Förderverein „Teufelskreis e.V.“), wobei der Stammverein sich bei der Mitgliederversammlung am 25. April 2013 das Votum seiner Mitgliedern einholen möchte, sich als vierter Gesellschafter direkt zu beteiligen. Darüber hinaus hat die GmbH einen sechsköpfigen Beirat bestehend aus den Hauptwerbepartnern der vergangenen Jahre. Vorsitzender des Beirats ist Michael Richly (Geschäftsführer Autohaus Opel Kuhl), seine Mitstreiter sind Jörg Stangl (Geschäftsführer Bauzentrum Gerhardt, Butzbach), Bernd Kröll (Prokurist FLT Kröll und Geschäftsführer Immobilien Kröll, Butzbach), Jürgen Geretschläger (Leiter Logistik FirstStop, Bad Homburg), Christian Fencl (Rechtsanwalt Kanzlei Scherzer & Partner, Frankfurt) sowie Alexander Zippel (Bereichsleiter Volksbank Mittelhessen). Die neue Organisationsstruktur ist bereits vor einiger Zeit an Andreas Ortwein herangetreten, um ihn übergangsweise als Geschäftsführer für die Anschubphase zu verpflichten. „Mit seinem Netzwerk und seinen Kenntnissen ist er eine wichtige Komponente, um die GmbH schnellstmöglich handlungsfähig zu machen. Mittelfristig möchten wir einen hauptamtlichen Geschäftsführer sowie einen Geschäftsstellen- und Marketingleiter installieren“, sagt Gesellschafter Jörg Semmler, der bezüglich der Position des Cheftrainers noch keine Neuigkeit vermelden konnte. „Wir sind in Gesprächen“, so der aktuelle Status.

Andreas Ortwein präsentierte daran anschließend das Organigram der Spielbetriebs GmbH, das bereits konkrete Namen beinhaltet und damit dokumentiert, dass in den letzten Wochen einiges rund um die Zukunft des Bad Nauheimer Eishockeys passierte. „Leider kam es in einigen Presseartikeln so heraus, als ob wir untätig wären und abwarten würden. Das war ganz und gar nicht der Fall. Im Gegenteil: wir hatten vereinbart, dass wir die Saison in Ruhe zu Ende gehen lassen, während wir im Hintergrund die Planungen vorantreiben, ohne großes Aufsehen in der Öffentlichkeit zu erregen. Mit der Pressekonferenz sind wir nun in die Offensive gegangen, nachdem von anderen Seiten diese Stillschweige-Vereinbarung leider nicht eingehalten wurde“, so der alte und neue Geschäftsführer Andreas Ortwein, der noch einmal intensiv betonte, dass nicht er die Fäden für eine neue GmbH gezogen hat, sondern dass die Initialzündung ausschließlich von den Werbepartnern ausging.

In Sachen Streitigkeiten zwischen den Verbänden und der damit verbundenen Aufstiegsfrage erklärte GmbH-Anwalt Christian Fencl, dass den Verantwortlichen nicht alle Details bezüglich der verschiedenen Verträge bekannt seien. „Wir haben bei den Verbänden angefragt, uns diese Informationen zukommen zu lassen, damit wir uns ein abschließendes Urteil bilden können. Wir gehen aber fest davon aus, dass zumindest die vor der Saison getroffene Vereinbarung weiterhin Gültigkeit hat und dass der Oberliga-Meister aufsteigt“, erklärte der Jurist und fügte hinzu: „Selbstverständlich werden sich der Verein und die GmbH an die bestehenden Regularien halten“, womit er einer Klage in die 2. Liga eine Absage erteilte. „Wir wüssten ja auch gar nicht, gegen wen und wegen was wir klagen sollten, wenn keine Kooperationsverträge bestünden“, erläuterte Andreas Ortwein diese Aussage.

Abschließend wagte Ortwein einen Ausblick auf die neue Saison, die sportlich natürlich vom Ausgang des Finals abhängig ist. Unabhängig davon steht die GmbH kurz vor dem Abschluss eines Vertrags mit einem Online-Ticketing-Anbieter, sehr kurzfristig wird eine neue Web-Präsenz online gehen und mittelfristig wird nach langer Planung endlich ein Webshop in Betrieb gehen können. „Das sind nur drei der vielen Themen, die wir bereits angegangen sind und die wir sukzessive umsetzen werden. Durch die breit aufgestellte Basis der Gesellschaft haben wir unglaubliche Möglichkeiten, um das Eishockey in Bad Nauheim weiter voranzutreiben. Dies sehen auch die Werbepartner, von denen acht der zehn Hauptsponsoren bereits ein weiteres Engagement zugesagt haben. Entgegen einer Meldung, dass möglicherweise einige abspringen würden, haben wir genau das Gegenteil erfahren, so dass wohl auch Partner, die zuletzt nicht mehr dabei waren, wieder an Bord kommen. Wir alle freuen uns auf die anstehenden Aufgaben und sehen der Zukunft positiv ins Auge“, so Ortwein zum Abschluss der Pressekonferenz.

Die Gesellschafter und Beiräte der "EishockeyCracks Bad Nauheim GmbH": v.l.n.r.: Christian Fencl, Thomas Korff, Michael Richly, Jörg Semmler, René Jackel, Jürgen Geretschläger, Jörg Stangl, Bernd Kröll und Alexander Zippel (Foto: Chuc)

Die Gesellschafter und Beiräte der „EishockeyCracks Bad Nauheim GmbH“:
v.l.n.r.: Christian Fencl, Thomas Korff, Michael Richly, Jörg Semmler, René Jackel, Jürgen Geretschläger, Jörg Stangl, Bernd Kröll und Alexander Zippel
(Foto: Chuc)